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 Von Inka Friedrich

BIEBERTAL - Es ist ein Projekt, das bald im Gießener Landkreis Schule machen könnte. Quasi aus der Not heraus geboren, wurde in Biebertal eine Idee entwickelt, wie man dem Nachwuchsproblem zu Leibe rücken könnte: Die Jugendfeuerwehren der Ortsteile von Biebertal trainieren zusammen in Altersgruppen eingeteilt.

Denn gerade beim Übergang von der Jugendwehr in die Einsatzabteilung kam es immer wieder zu Schwierigkeiten und Austritten. Doch das soll in Zukunft anders werden. Dem Gießener Anzeiger stellte Bürgermeister Thomas Bender das Pilotprojekt zusammen mit Jugendfeuerwehrwartin Christina Richter im Feuerwehrhaus Frankenbach vor. „Gerade in der Pubertät haben viele der Kids ganz andere Sorgen und hören dann leider auf“, erklärte Richter im Gespräch. „Die Zeitinvestition der Ehrenamtlichen steht in keinem Verhältnis zu dem, was schließlich hinten raus kommt – das ist eher weniger erfolgreich. Denn es bleiben leider nur wenige bis gar keine (in der Einsatzabteilung; Anm.d.Red) hängen“, ergänzte Bürgermeister Bender dazu. Problematisch sei auch in dem Zusammenhang die unterschiedliche Größe der Ortsteile und dementsprechend auch der Jugendfeuerwehren.

In diesem Projekt, welches erstmals im vergangenen Mai Gestalt annahm, habe man sich nun darauf geeinigt, zunächst mit den größeren des Nachwuchses, den 15- bis 17-Jährigen, zu beginnen. Sie wurden nun zu einer einheitlichen Gruppe zusammengeführt und üben reihum in den Ortsteilen. „Das hat den großen Vorteil, dass die Jugendlichen alle Feuerwehrhäuser und deren Geräteausstattung kennenlernen und teilweise besser kennen, als die Einsatzabteilung“, so Bender. Und nicht nur die Kenntnis über die Feuerwehrgerätehäuser macht sich in dem Fall bezahlt, sondern auch die Tatsache, dass jeder Ortsteil mit anderen Spezialgeräten wie Spreizschere oder Bauabstützungen ausgestattet ist, sodass die Jugendlichen bei dieser Rotation immer wieder etwas Neues lernen und an den unterschiedlichsten Geräten ausgebildet werden.

Nicht übergestülpt

„Wir ziehen uns somit einen Nachwuchs heran, der viel universeller einsetzbar ist als bisher“, betonte Bender. Das Projekt will mit der Zusammenlegung auch keine Strukturen kaputtmachen – ganz im Gegenteil: Es sollen neue, sinnvolle erwachsen. Geübt wird nach Dienstplan reihum in den Ortsteilen. Die Organisation der Veranstaltung übernimmt die betreffende Ortsteil-Feuerwehr selbst.

Zudem möchten die Biebertaler die Jugendtruppe zukünftig mehr fordern, beispielsweise auch an Leistungsgrenzen gehen. „Wir werden deswegen in Zukunft auf die Leistungsspange hinarbeiten“, schilderte Richter ein Ziel – ein Wettbewerb für Jugendliche, bei dem sie mehrere vorgeschriebene Übungen auf Zeit absolvieren müssen, und die als die höchste Auszeichnung im Jugendfeuerwehrbereich gilt. Wichtig ist den Verantwortlichen jedoch, dass diese ganze Zusammenlegung den Jugendlichen nicht übergestülpt wurde. Im Gegenteil – es waren Ideen, die von den Kids selbst kamen und bei den Verantwortlichen nur noch weiterentwickelt wurden. Sollte sich das Pilotprojekt als Erfolg herausstellen, will die Gemeinde mit den anderen Altersgruppen nachziehen. Und noch eine weitere, sinnvolle Idee entspringt der Gedankenschmiede der Biebertaler: „Wir haben noch eine „Youngstergruppe“ – Quereinsteiger von 18 bis 53 Jahren, die Spaß an der Einsatzabteilung haben und bisher mit Feuerwehr nichts am Hut hatten, aber im Erwachsenenalter langsam an die verantwortungsvolle Aufgabe herangeführt werden sollen. Das Feedback dieser älteren ,Feuerwehrneulinge‘ ist gut“, versichern die Verantwortlichen einhellig. „Wir müssen als Gemeinde neue Wege gehen“, ist sich der Bürgermeister sicher, der ohnehin in Sachen Feuerwehrzusammenlegung alle Hände voll zu tun hat, denn nicht jeder Ortsteil will mitziehen. Im Kreis sind die Biebertaler die ersten, die diese Schritte vollziehen, neue Pfade beschreiten.

Wie gut sich das nun bewährt, wird sich zeigen. Spaß macht es den Jugendlichen aber auf jeden Fall schon einmal. „Hier sind ziemlich viele nette Leute, der Zusammenhalt ist wirklich gut“, so Luisa Eichert, eine der Jugendlichen. Gut findet sie, dass man nun als Ziel die Leistungsspange anpeilt, alle weitermachen wollen und vor allem alle Jugendlichen die gleichen Interessen haben. Und auch über einen weiteren Schritt denken die Biebertaler nach: Denn sie möchten sich mit diesem Pilotprojekt bei einem Wettbewerb der Stadtwerke Gießen beteiligen und hoffen natürlich auf einen Sieg. Gute Chancen sollten sie haben.

Webmaster@FFW-Frankenbach.de